Risse, Kanten und aufgebrochene Schichten werden von Pelkowski nicht verdeckt. Sie bleiben als sichtbare Zeichen von Bewegung und Veränderung erhalten. Was zunächst brüchig erscheint, entwickelt in ihren Bildern eine eigene Stabilität. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Verletzlichkeit und Widerstandskraft und machen deutlich, dass Transformation nicht immer glatt verläuft. Manchmal entsteht das Neue gerade dort, wo eine Oberfläche aufbricht. Elena Grumann mit Freundin, Tatjana Hartmann, Violetta Rockstein mit Freundin Ihre frühen Bilder waren beinahe schwarz. Heute bestimmen kräftige Farbtöne, Licht und räumliche Tiefe ihre Arbeiten. Landschaften, die Ostsee, Sonnenaufgänge, Flieder und immer wieder Birken werden zu persönlichen Orten, an denen Naturbeobachtung und inneres Empfinden zusammenfinden. Reichenbachs Kunst verspricht keine einfachen Lösungen. Sie erzählt vielmehr von Ausdauer und davon, wie Farbe einen neuen Zugang zu sich selbst und zur Welt eröffnen kann. Sonja Pelkowski: Wenn Risse eine neue Form finden Sonja Pelkowskis Strukturmalerei besitzt eine beinahe körperliche Präsenz. Auf Holzmalgründen verbindet sie Acryl und Acryl Inks mit Kalk, Marmormehl, Sand, Pigmenten, Fasern und selbst entwickelten Strukturmaterialien. Glänzendes Resin trifft auf raue, mineralisch wirkende Flächen. Tatjana Hartmann: Stille als konzentrierte Energie Tatjana Hartmann präsentiert ihre Arbeiten unter dem Künstlernamen Thana. In ihren Mixed-Media-Werken verbindet sie Porträts, Tiere, Blüten und geometrische Ornamente mit leuchtenden Farben sowie goldenen und silbernen Schichten. Viele der dargestellten Gesichter haben die Augen geschlossen und wirken dennoch vollkommen präsent. Licht wandert über reliefartige Oberflächen, metallische Akzente verändern sich Sonja Pelkowski Vivien Kunte Lucia Klingspor mit Beate Löffler, Kunstliebhaber Kordula Bode 14
Kraflinien Ausstellung mit dem Blickwinkel und aus der Nähe öffnen sich immer neue Einzelheiten. Mensch, Natur und Symbol erscheinen dabei nicht voneinander getrennt, sondern als Teile einer gemeinsamen Bildwelt. Die Ruhe in Thanas Arbeiten ist kein Stillstand. Sie ist eine konzentrierte Form von Kraft. Vivien Kunte: Was sich nicht glätten lässt Die Leinwände von Vivien Kunte dürfen Widerstand leisten. Raue Acrylflächen treffen auf Blüten, Rinde, Blätter, Erde und zeichnerische Spuren. Kraftvolle Bewegungen mit dem Spachtel stehen neben dem unmittelbaren und beruhigenden Arbeiten mit Ölkreide. Persönliche Erfahrungen werden in ihren Bildern spürbar, ohne zur öffentlich lesbaren Chronik zu werden. Kunte überträgt Empfindungen in Oberflächen, Verdichtungen und Kontraste, lässt ihre Bedeutung jedoch bewusst offen. Ihre Kunst bewahrt Kanten und Brüche, anstatt sie nachträglich zu glätten. Dadurch entsteht Raum für die Wahrnehmung der Betrachtenden - und für ganz eigene Erinnerungen und Entdeckungen. Kordula Bode: Die Freiheit des zweiten Blicks Kordula Bode findet ihre Motive auf Spaziergängen in der Natur. Landschaften, Bäume, Wasser, Himmel und Blüten werden in ihren Aquarellen zu offenen, beweglichen Farbwelten. Das Wasser ist dabei Werkzeug und Mitspieler zugleich: Es trägt Pigmente über das Papier, weicht Konturen auf und bewahrt dem Bild sein Eigenleben. Bodes Arbeiten geben genügend Orientierung, um Natur wiederzuerkennen, legen ihre Bedeutung aber nicht abschließend fest. Ein Baum kann zugleich Linie, Rhythmus und Richtung sein; eine Wasserfläche kann Landschaft oder reine Farbbewegung werden. So entsteht eine besondere Freiheit des zweiten Blicks: Das Motiv eröffnet den Zugang, die eigene Vorstellungskraft führt das Bild weiter. Sechs Wege, eine gemeinsame Kraft „Kraftlinien“ versucht nicht, sechs individuelle Handschriften zu vereinheitlichen. Gerade die Unterschiede machen die Ausstellung lebendig. Fließende Farbwelten stehen neben reliefartigen Oberflächen, gegenständliche Motive neben abstrakten Verdichtungen, ruhige Aquarelle neben kraftvoller Materialmalerei. Die erfolgreiche Vernissage hat gezeigt, wie unmittelbar diese unterschiedlichen Positionen das Publikum erreichen können. Sie bot nicht nur Gelegenheit, Kunst zu betrachten, sondern auch mit den Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen und die Geschichten hinter den Werken kennenzulernen. Wer die Eröffnung verpasst hat, kann „Kraftlinien“ noch bis zum 26. September 2026 in der GlowArt Gallery im Leine-Center Hannover/Laatzen besuchen. Eine weitere besondere Gelegenheit zur Begegnung bietet die Midissage am 5. September um 16 Uhr. Denn manche Kraftlinien erkennt man sofort. Andere zeigen sich erst, wenn man länger vor einem Bild stehen bleibt. Regina Reichenbach Anita Franz Ausstellung: KRAFTLINIEN - Sechs Künstlerinnen zwischen Stille, Wandel und innerer Stärke Künstlerinnen: Anita Franz, Regina Reichenbach, Sonja Pelkowski, Tatjana Hartmann, Vivien Kunte und Kordula Bode Ausstellungsdauer: bis 26. September 2026 Midissage: 5. September 2026, 16 Uhr Ort: GlowArt Gallery im Leine-Center Hannover/Laatzen 15
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