Hamburg Ein Doppelgänger, fünf Passagen 5 Millionen Warum das Jubiläumsfest „Manege frei“ zugleich den Auftakt für die nächste Entwicklungsphase der Hamburger Innenstadt markiert Foto: Andre Mischke 4 Johnny Depp im Passagenviertel 15 JAhre BID Mit „Manege frei“ feierte das Hamburger Passagenviertel 15 Jahre gemeinsamer Quartiersentwicklung. Hinter Zuckerwatte, Straßenkunst und einem verblüffenden Johnny-Depp-Double stand eine Nachricht mit langfristiger Bedeutung: Das BID startet in seine vierte Laufzeit. Ein Star, der keiner war Ein Mann, der Johnny Depp verblüffend ähnlich sah, flanierte durch die Großen Bleichen, posierte für Selfies und sorgte für Getuschel. Der prominente Überraschungsgast war allerdings nicht aus Hollywood angereist, sondern ein Double. Ein kleiner Schwindel mit schneller Auflösung - und ein passender Auftakt für ein Straßenfest, das die Hamburger Innenstadt für einen Tag aus ihrem gewohnten Rhythmus holte. Unter dem Motto „Manege frei“ wurden die Großen Bleichen am 15. August erstmals zur autofreien Erlebnismeile. Zwischen Zuckerwatte, Kinderaktionen, Straßenkunst, Stelzenkünstlern und Walking Acts beteiligten sich auch Geschäfte und Gastronomie. Bemerkenswert war dabei nicht nur das Programm: Zum ersten Mal traten Hanseviertel, Galleria, Kaufmannshaus, Kaisergalerie und Hamburger Hof bei einem gemeinsamen Fest als fünf Passagen eines Quartiers auf.
Foto: Andre Mischke Johnny Depp im Passagenviertel auf Toru 15 JAhre BID 15 JAhre BID Passagenviertel udn Johnny Depp mittendrin Vierte Laufzeit · fünf Jahre · fünf Millionen Euro, privat finanziert · rund 100 Betriebe · Hanseviertel, Galleria, Kaufmannshaus, Kaisergalerie und Hamburger Hof · passagenviertel.com Foto: Andre Mischke BID Passagenviertel Jubiläum. Diana Brüssow, Mareike Menzel, Lars Samman Foto: Matthias Plander 15 JAhre BID Passagenviertel Lars Sammann, Johny Depp, Mareike Menzel, 15 JAhre BID Passagenviertel Vom schönen Stadtraum zum lebendigen Quartier Der eigentliche Anlass reichte weit über den Festtag hinaus. Das Business Improvement District, kurz BID, Passagenviertel beginnt seine vierte Laufzeit. In einem BID schließen sich Grundeigentümer eines räumlich begrenzten Geschäftsgebiets zusammen, um den Standort für einen festgelegten Zeitraum gemeinsam weiterzuentwickeln. Finanziert werden die Maßnahmen über eine Abgabe der beteiligten Eigentümer. In den kommenden fünf Jahren sollen weitere fünf Millionen Euro privates Kapital in das Gebiet zwischen Jungfernstieg, Neuer Wall und Hohe Bleichen fließen. Nach Angaben der Projektgesellschaft tragen sämtliche beteiligten Grundeigentümer die neue Laufzeit mit. Das ist nicht nur eine hohe Investition, sondern auch ein gemeinsames Bekenntnis zu einer Innenstadt, die sich durch veränderte Einkaufsgewohnheiten und neue Erwartungen an den öffentlichen Raum neu behaupten muss. Die Entwicklung des heutigen Quartiers wurde nach Angaben der BID-Projektgesellschaft bereits 2009 angestoßen; das BID Passagenviertel selbst wurde 2011 erstmals eingerichtet. Zunächst standen neugestaltete Straßen, Plätze und Aufenthaltsbereiche im Mittelpunkt. Später kamen Licht- und Kunstinszenierungen, Veranstaltungen und saisonale Aktionen hinzu. Nun verschiebt sich der Schwerpunkt noch deutlicher: Der vorhandene Stadtraum soll nicht nur gepflegt, sondern regelmäßig mit Leben gefüllt werden. Neue Gründe für den Weg in die Innenstadt „Wir möchten das Quartier noch stärker mit Leben füllen“, sagt Mareike Menzel von der Zum Felde BID Projektgesellschaft. Geplant sind weitere Veranstaltungen, Kunstprojekte, Lichtinszenierungen und saisonale Formate. Sie sollen zusätzliche Anlässe schaffen, das Passagenviertel zu besuchen - auch dann, wenn gerade kein konkreter Einkauf auf dem Zettel steht. Rund 100 Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe prägen das Viertel. Zugleich hat sich die Eigentümerstruktur infolge der SIGNA-Insolvenzen verändert. Für Kaufmannshaus und Alsterhaus wurden nach Angaben der Projektgesellschaft neue Eigentümer gewonnen; der Hamburger Hof wird parallel umfassend modernisiert. Dass die gemeinsame Arbeit dennoch fortgesetzt wird, ist deshalb ein bemerkenswertes Signal. Das Jubiläumsfest hat im Kleinen gezeigt, was die nächste BID-Phase erreichen möchte: einzelne Häuser und Passagen nicht als Inseln zu betrachten, sondern als zusammenhängendes Stück Stadt. Der Johnny-Depp-Doppelgänger lieferte dafür den augenzwinkernden Überraschungsmoment. Die wichtigere Frage wird sich in den kommenden fünf Jahren beantworten: Ob aus solchen Momenten eine Innenstadt entsteht, in die Menschen nicht nur zum Erledigen kommen, sondern gern zurückkehren. 5
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